Zum Inhalt springen
Initiative Digitale Gästebegleitung

RATGEBER · LÄNDER

Digitale Gästebegleitung in Brandenburg

Brandenburg gilt im deutschsprachigen Raum als Vorreiter bei offenen Tourismusdaten. Mit dem Contentnetzwerk Brandenburg und dem Tourism Data Hub gibt es eine landesweite Grundlage für digitale Angebote. Die Tourismusstrategie Brandenburg macht "Digital & Smart" zu einem von fünf Zukunftsfeldern. Für Kommunen und Touristinformationen ist das eine starke Ausgangslage, um Gäste digital zu begleiten.

So ist der Tourismus in Brandenburg organisiert

Der Tourismus in Brandenburg ist auf mehreren Ebenen organisiert. Wer digitale Gästebegleitung plant, sollte die Zuständigkeiten kennen.

  • Wirtschaftsministerium des Landes Brandenburg: zuständig für die Tourismuspolitik des Landes und die Tourismusstrategie.
  • TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH: die Destinationsmanagementorganisation des Landes. Sie führt die Tourismusmarke Brandenburg, koordiniert das Contentnetzwerk Brandenburg und treibt den Tourism Data Hub voran.
  • Landestourismusverband Brandenburg: vertritt die Interessen der Tourismusbranche im Land.
  • Zwölf Reiseregionen: Potsdam, Spreewald, Uckermark, Havelland, Seenland Oder-Spree, Ruppiner Seenland, Fläming, Barnimer Land, Prignitz, Elbe-Elster-Land, Dahme-Seenland und Lausitzer Seenland. Die regionalen Tourismusorganisationen sind für ihre Region zuständig.
  • Kommunen und Touristinformationen: Sie sind vor Ort die direkten Ansprechpartner der Gäste.

Die Tourismusstrategie Brandenburg

Die Tourismusstrategie Brandenburg stammt aus dem Jahr 2023 und baut auf der Landestourismuskonzeption von 2016 auf. Ihre Vision: Brandenburg ist das lebenswerteste Urlaubs- und Erholungsgebiet im Herzen Europas. Die Markenbotschaft lautet "Brandenburg. Mehr brauchst Du nicht."

Die Strategie benennt fünf Zukunftsfelder:

  1. Regionalentwicklung und Lebensqualität
  2. Digital und Smart
  3. Ökologischer Wandel
  4. Arbeit im Tourismus
  5. Markenführung und touristisches Landesmarketing

Was im Zukunftsfeld "Digital und Smart" vorgesehen ist

  • Landesweite digitale Zusammenarbeit: Auf Basis des Contentnetzwerks Brandenburg soll eine landesweite digitale Systemwirtschaft entstehen, koordiniert durch die TMB.
  • Tourism Data Hub: Er ist der zentrale Baustein. Geplant ist, ihn um Daten zu Mobilität, Auslastung und Besucherströmen zu erweitern.
  • Datenbasiertes Destinationsmanagement: Entscheidungen in den Destinationen sollen stärker auf Daten beruhen.
  • Digitale Angebote für Gäste: Genannt werden unter anderem Infostelen, digitale Gästekarten, digitale Gästemappen und digitales Besuchermanagement.
  • Künstliche Intelligenz: KI soll im Tourismus intensiver genutzt werden.
  • Unterstützung der Betriebe: Kleine Tourismusbetriebe sollen niedrigschwellig bei der Digitalisierung unterstützt werden, koordiniert über das Tourismusnetzwerk Brandenburg.

Auch die Mobilität spielt eine große Rolle: Die Strategie verweist auf das Ziel, den Anteil von Nahverkehr, Fuß- und Radverkehr deutlich zu erhöhen, sowie auf die BrandenburgCard.

Daten: Contentnetzwerk und Tourism Data Hub

Das Contentnetzwerk Brandenburg wird von der TMB betrieben. Redakteurinnen und Redakteure im ganzen Land pflegen dort Informationen zu Unterkünften, Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten. Schulungen, Redaktionshandbücher und eine zentrale Prüfung sichern die Qualität. Die Daten werden mit Partnern im Land und darüber hinaus geteilt. 2018 wurde das Contentnetzwerk mit dem Deutschen Tourismuspreis ausgezeichnet.

Für digitale Gästebegleitung ist das ein wichtiger Punkt: Eine Kommune muss keine eigene Datenbank aufbauen. Sind die Angebote im Contentnetzwerk gut gepflegt, können sie in digitalen Angeboten genutzt werden, von der Website über die Beratung zum Mitnehmen bis zu KI-Assistenten.

Künstliche Intelligenz in der Touristinformation

Die TMB hat im März 2025 einen landesweiten Erfahrungsaustausch zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Touristinformationen durchgeführt. Eine zentrale Botschaft: Weil Gäste zunehmend KI-Antworten nutzen, müssen sich Touristinformationen und Destinationen als vertrauenswürdige Quelle aufstellen, etwa mit strukturierten Inhalten und präzisen Antworten.

Was das für Kommunen und Touristinformationen bedeutet

  1. Daten im Contentnetzwerk pflegen: Vollständige und aktuelle Angaben zu Orten, Öffnungszeiten und Veranstaltungen sind die Grundlage jeder digitalen Gästebegleitung.
  2. Mit der Reiseregion sprechen: Die regionale Tourismusorganisation kennt die Strategie vor Ort und kann Vorhaben einordnen.
  3. An vorhandene Angebote anknüpfen: Digitale Gästekarte, Infostelen und Besuchermanagement sind in der Landesstrategie bereits vorgesehen. Neue Lösungen sollten daran anschließen.
  4. Die Touristinformation digital verlängern: Das persönliche Gespräch bleibt der Kern. Digitale Angebote sorgen dafür, dass Gäste das Ergebnis der Beratung mitnehmen und auch nach den Öffnungszeiten Antworten bekommen.
  5. Mobilität mitdenken: Verbindungen und Tickets des Nahverkehrs gehören zur Gästereise, gerade in einem Flächenland.

Häufige Fragen

Auf Landesebene koordiniert die TMB Tourismus-Marketing Brandenburg das Contentnetzwerk und den Tourism Data Hub. Für die Region ist die jeweilige regionale Tourismusorganisation der erste Ansprechpartner.

In der Regel nicht. Mit dem Contentnetzwerk Brandenburg gibt es eine landesweite Grundlage. Wichtig ist, dass die eigenen Angebote dort vollständig und aktuell gepflegt sind.

Die Strategie nennt "Digital und Smart" als Zukunftsfeld und führt digitale Gästekarten, Infostelen und digitales Besuchermanagement ausdrücklich auf. Digitale Gästebegleitung greift diese Themen vor Ort auf.

Brandenburg hat zwölf Reiseregionen: Potsdam, Spreewald, Uckermark, Havelland, Seenland Oder-Spree, Ruppiner Seenland, Fläming, Barnimer Land, Prignitz, Elbe-Elster-Land, Dahme-Seenland und Lausitzer Seenland.

Quellen

Stand: Oktober 2026

Sie planen digitale Gästebegleitung in Brandenburg? Die Geschäftsstelle steht für einen Austausch zur Verfügung.